Pädagogikkurs des IAWM ersetzt Praktikanten-Ausbilderkurs

Zugang für Ausbilder von Praktikanten und Lehrlingen in der Landwirtschaft wird deutlich vereinfacht

Wichtiger Erfolg für die landwirtschaftliche Aus- und Weiterbildung in Ostbelgien: für Landwirte, die ihr Wissen und ihre Erfahrung an die nächste Generation weitergeben möchten, gibt es eine erfreuliche Neuerung. Die Ausbildung zum Praktikantenausbilder in der Landwirtschaft wird künftig deutlich vereinfacht. Anstelle des bisherigen Praktikanten-Ausbilderlehrgangs mit einem Umfang von rund 120 Unterrichtsstunden über zwei Jahre genügt künftig die erfolgreiche Teilnahme an der pädagogischen Fortbildung des IAWM mit 36 Unterrichtsstunden. Diese pädagogische Fortbildung berechtigt gleichzeitig zur Ausbildung von Lehrlingen im Rahmen der dualen Ausbildung.

Diese wichtige Änderung geht auf eine Initiative des Landwirtschaftlichen Schulungszentrums (LSZ) zurück. Das LSZ hat sich in Gesprächen mit der Politik dafür eingesetzt, die bisherige Regelung zu überarbeiten. Die bisherige Situation war für viele Landwirte nur schwer nachvollziehbar: Während die pädagogische Fortbildung des IAWM bereits ausreichte, um Lehrlinge auszubilden, war für die Begleitung von Praktikanten der Betriebsleiterschule (BLS) weiterhin ein wesentlich umfangreicherer Lehrgang vorgeschrieben. Nach Gesprächen mit dem zuständigen Minister wurde die Notwendigkeit einer Anpassung anerkannt und der Weg für eine entsprechende Änderung der gesetzlichen Bestimmungen geebnet.

Für die Landwirtschaft in Ostbelgien bedeutet diese Vereinfachung einen wichtigen Fortschritt. In den vergangenen Jahren war es nicht immer einfach, genügend anerkannte Praktikumsbetriebe für die Schülerinnen und Schüler der Betriebsleiterschule zu finden. Der hohe zeitliche Aufwand des bisherigen Ausbilderlehrgangs stellte für viele Betriebsleiter eine Hürde dar. Durch die neue Regelung wird der Zugang zur Ausbildertätigkeit wesentlich erleichtert und gleichzeitig die Bereitschaft gefördert, Praktikanten und Lehrlinge auf den Betrieben aufzunehmen.

Gerade in einer Zeit, in der die Gewinnung qualifizierter Nachwuchskräfte eine der größten Herausforderungen für die Landwirtschaft darstellt, ist die Weitergabe von praktischem Wissen unverzichtbar. Die Aus- und Weiterbildung junger Menschen lebt vom Engagement erfahrener Landwirte, die bereit sind, ihr Fachwissen, ihre Werte und ihre Berufserfahrung an die nächste Generation weiterzugeben. Jeder zusätzliche Ausbildungsbetrieb stärkt die Zukunft der Landwirtschaft und sichert die hohe Qualität der beruflichen Ausbildung in unserer Region.

Die pädagogische Fortbildung wird vom IAWM in Eupen und St. Vith angeboten und umfasst 36 Unterrichtsstunden. Vermittelt werden unter anderem Grundlagen der Pädagogik, Kommunikation, Konfliktmanagement, Führungsverhalten sowie Methoden des Lernens und Lehrens. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmer die notwendige Ausbildereignung.

Interessierte Landwirte finden alle Informationen zu Inhalt, Terminen und Anmeldung auf der Website des IAWM

Das LSZ bedankt sich bereits heute bei allen Landwirtinnen und Landwirten, die bereit sind, junge Menschen auf ihrem Berufsweg zu begleiten. Mit ihrem Engagement leisten sie einen entscheidenden Beitrag zur Sicherung der landwirtschaftlichen Aus- und Weiterbildung in Ostbelgien.